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Geschichte

Die Geschichte des Wintersortvereins Semmering

Nicht erst seit der Alpine Schi Weltcup am Semmering Station macht und mittlerweile zum Mega-Weltcupevent der Damen aufgestiegen ist, ist der Spitzenschirennlauf am Semmering ein Thema. Bereits vor mehr als 100 Jahren, nämlich 1892, berichtete das „Allgemeine Sportblatt“ in einem Bericht über „Schneeschuhfahrten am Semmering“, wobei Unerschrockene mit der Geschwindigkeit einer Lawine den Berg hinuntersausten. Dies geschah, nachdem die Pioniere Max Kleinoscheg und Toni Schruf aus Mürzzuschlag - bezeichnet als „verrückte Sportfexn“ - diesen neuen Sport am Semmering publik machten.

Allmählich begannen sich die Sportler in reinen alpinen Wettkämpfen zu messen und der Pionier Matthias Zdarsky steckte 1905 den ersten Riesentorlauf Österreichs in den winterlichen Hängen des Semmerings. Ein weiterer unvergesslicher Name eines Semmeringers machte damals Schlagzeilen. Der Hoteliersohn Pepi Wallner trug sich bereits um die Jahrhundertwende als erster Torlaufsieger in die Geschichtsbücher des Schisports ein.

1922 wurden erstmalig Titelkämpfe um einen „Schimeister von Österreich“ am Semmering ausgetragen und der Semmering behauptete sich schon damals als führender Wintersportplatz. Folgend kamen zahlreiche Veranstaltungen von internationalem Format zur Austragung. Der österreichische Wintersportclub, Vorgänger des Österreichischen Schiverbands, veranstaltete in dieser Zeit in erster Linie Sprungläufe am Semmering.

Im Jahr 1946 wurde der Wintersportverein Semmering am 16. November im Waldhofsaal des Südbahnhotels gegründet und dieser veranstaltet seit dem unzählige Rennen am Hausberg des Semmerings, dem Hirschenkogel. So fanden 1950 die akademischen Schiweltmeisterschaften und 1951 die österreichischen Jugendmeisterschaften statt.

1952 wurden die Österreichischen Ski-Meisterschaften, das Großereignis des Schilaufs schlechthin, vom 24.- 27. Jänner vom Wintersportverein Semmering durchgeführt. Am Programm standen der Spezial- und Kombinationssprunglauf auf der Liechtensteinschanze, die Langlaufbewerbe im Bereich der Meierei des Südbahnhotels, die Staffelbewerbe auf der Passhöhe und die alpinen Bewerbe.

Bei den Sprungbewerben war der Publikumszustrom derart groß, dass hunderte Sportbegeisterte das Springen auf der Liechtensteinschanze nur mehr von der gegenüberliegenden Panhanswiese mitverfolgen konnten. So erlebten sie als Sieger des Spezialspringens Sepp Bradl vor Alois Leodolter und Rudi Dietrich. Als Sieger in der nordischen Kombination trug sich Hans Eder in die Siegerlisten ein.

Den Titel des Österreichischen Abfahrtsmeisters holte sich Anderl Molterer vor Toni Spieß und Alois Zauner. Als Siegerin bei den Damen ging die Tirolerin Erika Mahringer hervor. Die Torläufe und Riesentorläufe fanden am Hirschenkogel statt und wieder feierten tausende Zuschauer ihre Stars beim Torlauf am legendären Osthang. Hier siegte bei den Damen im Slalom Dagmar Rom vor Trude Klecker und Annelore Zückert. Der Slalommeistertitel bei den Herren ging an Christian Pravda, gefolgt von Toni Spieß und Fritz Huber. Beim Riesentorlauf am Westhang standen dieselben Sieger wie beim Slalom auf der höchsten Stufe des Podestes.

Der begehrteste Titel war jedoch jener in der alpinen Kombination. Er ging bei den Damen an Dr. Anneliese Schuh-Proxauf aus Tirol und bei den Herren konnte sich Toni Spiss über den Titel freuen.

Der großartige Erfolg dieser Österreichischen Ski-Meisterschaften, basierend auf sportlichen Höchstleistungen, einer hervorragenden Organisation und einem derart noch nie da gewesenen Publikumsansturm, empfahlen den Semmering als Top Wintersportort und Austragungsort für viele folgende Großveranstaltungen, bis hin in die Gegenwart und hoffentlich auch zukünftig.

Schon 1955 war vom 30. Jänner bis 06. Februar der Semmering abermals Austragungsort der österreichischen Skimeisterschaften. Die sportlichen Programmpunkte waren wiederum auf alpine und nordische Bewerbe verteilt. Die Austragungsstätten waren fast ident mit jenen der Meisterschaften von 1952. Zusätzlich waren diese österreichischen Meisterschaften geprägt von den bevorstehenden Olympischen Spielen 1956 in Cortina d´Ampezzo. Die klingenden Namen der Stars von damals- wie Trude Klecker, Erika Mahringer, Toni Sailer, Anderl Molterer, Othmar Schneider oder Sepp Pradl, waren Garant für Wettkämpfe auf höchstem Niveau. Sie begeisterten tausende Zuschauer am Semmering.

Zwei Spitzenathleten prägten diese Meisterschaften: Thea Hochleitner aus Bad Gastein, sie siegte in allen Disziplinen bei den Damen, sowie Anderl Molterer, der bei den Herren im Slalom, Riesentorlauf und in der Kombination als Sieger hervorging.

trude klecker

An dieser Stelle muss natürlich auch die bekannteste Semmeringer Sportlerin genannt werden.

Trude Klecker erreichte unzählige nationale und internationale Titel und trug so den Namen des Semmerings und seines Wintersportvereins in alle Welt. Dabei war ihr Weltmeistertitel im Slalom 1954 in Oslo sicher der Höhepunkt. Gewinnerin der Silbermedaille in der Abfahrt 1954, Akademische Weltmeisterin 1951, Spitzenplätze bei den Olympischen Spielen 1952 und 1956, Trägerin der Diamantenen Kandaharnadel und 7-fache österreichische Meisterin unterstreichen ihre eindrucksvolle Karriere.

Auch in einer weiteren Wintersportart erzielten Sportler des WSV-Semmering Weltklasseleistungen. Im Rennrodeln erreichte Hans Krausner 1955 den Weltmeistertitel im Doppelsitzer und zählte so wie die Geschwister Lache zu den Besten dieser Sportart.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten war der WSV-Semmering durchführender Verein vieler nationaler und internationaler Wintersportveranstaltungen. Unvergesslich dabei die Skisprungbewerbe auf der Liechtensteinschanze die stets tausende Besucher anlockten.

In dieser Zeit wurde auch der Tennissport immer populärer und so entschlossen sich einige Semmeringer und Gäste des Semmerings, Tennis wettkampfmäßig zu betreiben. Die Sektion Tennis wurde gegründet und eine Mannschaft des WSV-Semmering spielte bis 1995 Meisterschaft in der Kreisliga Süd des NÖ-Tennisverbandes.

1968 die Österreichischen nordischen Meisterschaften, 1969 die Österreichischen Meisterschaften im Naturbahnrodeln, die Österreichischen Nordischen Schüler- und Jugendmeisterschaften 1976 und der Internationale Grand Prix der Naturbahnrodler 1979 zeigten, dass der Semmering nicht nur im alpinen Bereich für Aufmerksamkeit sorgte.

In den siebziger und achtziger Jahren standen neuerlich alpine Bewerbe, wie Europacup- und FIS-Rennen, am Programm. Zu dieser Zeit wurden bereits die Weichen, in Richtung der Großveranstaltungen gestellt, für die der Semmering in jüngster Zeit für Schlagzeilen sorgte.

Somit brachte der ÖSV bei der FIS Tagung im Juni den Termin ein und es standen am 28. und 29. Dezember 1995 zwei Weltcup Damen Slaloms am Semmering im Rennkalender. Zeitnah wurde zur Organisation der Veranstaltung ein Komitee gegründet, dem MR Dipl. Ing. Werner Rachoy als Präsident vorstand, Max Pausackerl umtriebig seine Ideen einbrachte und Franz Steiner als Generalsekretär die operative Umsetzung verantwortete. Der Alpine Schiweltcup am Semmering brachte, mit bis dahin bei den Damen noch nie da gewesenen Zuschauerzahlen, ein Megaspektakel. Ausschlaggebend dafür ist auch die Flutlichtanlage, welche die Panoramapiste des Zauberberges seit 1998 hell erstrahlen lässt und eine eindrucksvolle Atmosphäre schafft.

25-Jahre Alpiner FIS Damen Skiweltcup am Semmering sollten im Dezember 2020 groß gefeiert werden, doch mussten die Rennen, bedingt durch die strengen Maßnahmen zur COVID-19 Pandemie, ohne Zuschauer über die Bühne gehen.

Ein weiteres Jubiläum stand 2021 am Kalender „75-Jahre Wintersportverein Semmering“ –
bei einem Festakt am 20. November im Südbahnhotel Semmering sollte das groß gefeiert werden. Leider waren es wieder die Einschränkungen rund um COVID-19, die den Vorstand zur Verschiebung der Festveranstaltung au 2022 zwangen.

Ines Beran

Stets oberstes Ziel des WSV-Semmering ist es die Jugend für den Wintersport zu begeistern und sie zu fördern – dies unterstrich bereits im Jahr 2002 Präsident Franz Steiner mit dem Slogan:
In 5 Jahren eine(n) Landesmeister(in) - in 10 Jahren eine(n) Staatsmeister(in) - in 15 Jahren eine(n) Weltmeister(in).

Ines Beran, das aufstrebende Talent des Vereins Anfang des Jahrtausends, schaffte es mit ihren Leistungen bis zur Aufnahme in den ÖSV Jugendkader. Sie gehörte zu den drei besten Niederösterreichischen Skirennläuferinnen und war mehrfache Landesmeisterin in den Kinder- und Schülerklassen. Ines konnte mehrere Siege und Stockerlplätze bei FIS Rennen, sowie Top-10 Platzierungen im Europacup einfahren, ehe sie 2017 verletzungsbedingt ihre Karriere beendete.

Veronika & Elisabeth Aigner

Das Team Aigner startet für den WSV-Semmering und sorgt laufend für spitzen Leistungen und top Platzierungen im Para-Skisport. Die sicher erfolgreichste im Team ist die sehbehinderte Läuferin Veronika Aigner, die bereits mehrfache Weltcup-Siegerin und auch Österreichs Sportlerin des Jahres 2020 ist.

Als nennenswertes Beispiel für eine aktive Jugendarbeit stand Anfang März 2021 die Durchführung der Österreichischen Schülermeisterschaften 2021 am Programm. 170 der besten heimischen Skitalente zeigten dabei ihr Können bei perfekten Bedingungen am Westhang des Hirschenkogels.
So hat sich der WSV-Semmering nicht nur als Veranstalter von alpinen Damen Skiweltcuprennen einen guten Namen gemacht, sondern unterstützt jede Saison die skibegeisterte Vereinsjugend und fördert mit zahlreichen Kinder- und Schülerrennen den heimischen Nachwuchs.

Seien es die Fortführung der Weltcuprennen im 2-Jahrerhytmus, die Austragung vieler Nachwuchsrennen, die jährlichen Vereinsmeisterschaften, zahlreiche Firmen- und Gästerennen und auch ein aktives Vereinsleben -

wir gestalten motiviert und mit innovativen Ideen die Zukunft unseres Vereins!